
NEOS (www.neos.eu) ist eine der jüngsten Parteien in Österreich – wirtschaftsliberal, proeuropäisch und heuer erstmals wählbar. Neu ist vor allem die Art, in der NEOS Wahlkampf betreibt: Die Partei schafft es, auf ihre Wahlplakate aufmerksam zu machen, ohne dabei über Religionen zu dichten: Für österreichische Augen etwas Neues.
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Weder stehen auf NEOS-Plakaten plumpe Reime, wie die ÖsterreicherInnen sie von FPÖ-Wahlplakaten kennen – noch wirft die Partei mit starken Begriffen um sich, welche als Gesamtaussage auf dem Plakat wenig Sinn ergeben. NEOS geht den Weg dazwischen und zeigt damit Mut. Denn Wahlsprüche, bei denen man nachdenken muss, gab es in Österreich noch nie.
Österreich ist blind auf Wahlwerbung – jetzt was Neues
Plumpe Reime wie auf FPÖ-Plakaten (Grenze zu und Wirtshaus statt Kebabstand und Kommunismus) oder rotes/schwarzes/oranges/grünes, witzloses Wahlkampf-Vokabular, welches das Gesicht zum Einschlafen einlädt (Kampf, sozial, freundlich, Sicherheit, fair, und alles zu 100%). Derartige Wahlwerbung nehmen die Wahlberechtigten auch gar nicht mehr war. Gut für NEOS.
Die erfanden eine neue Art von Wahlspruch:
MACHT POLITIK STATT MACHTPOLITIK.
FÜR ECHTE DEMOKRATIE BRAUCHT’S WAS NEOS.
NEOS SCHÜTZT VOR RATHAUS-SCHMÄH & FRAGENPFLANZ.
NEOS steht mit diesen Sprüchen zwischen den zwei österreichischen Extremen: Einerseits kommt die Partei ohne Emotionalitäten wie “Heimat”, “Christen“, “Blut”, “Islam” und “Marokkaner-Diebe” aus. Außerdem sind die Plakate keine einfallslosen Bullshit-Kollektionen. NEOS-Wahlplakate sind Hingucker – nicht nur wegen der pinken Hintergründe.
NEOS: Plakate sind überfrachtet – Nicht bei uns.
Im idiomator.at-Gespräch erklärte NEOS ihre Spruchstrategie:
“Wir sind bemüht, kurz und klar zu sein auf Plakaten. Meist sind Plakate mit zu vielen Botschaften überfrachtet, das haben wir versucht zu vermeiden. Es soll plakativ sein, aber nicht untergriffig. Es sollen auch positive Botschaften dabei sein, nicht nur Kritik. Es soll auch Humor Platz haben.”


Fotos und Titelbild: (c) NEOS

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Servus, ich bin David und habe idiomator.at 2009 gegründet. Schreib mir gern per Kommentar oder an dd

Schön, dass wortgewaltige Menschen das verstehen! NEOS ist überzeugt, dass "das Volk" nicht blöd ist und hier als Stimmvieh missbraucht wird – also werden's hoffentlich noch viele andere auch verstehen!
Kyra Undesser
24 Feb 13 at 20:53
Der beste Senf ist der, den man nicht gibt . . .
(Zitat von ???, leider nicht von mir :( )
Trotzdem ein kurzer Kommentar:
Die Hoffnung, mit klugen Botschaften, (kluge) Menschen anzusprechen, ist hauptsächlich eine optimistische.
In einem Land mit fast 3 Millionen Krone-Lesern und einer Zeitung, die sich sich "Österreichs beste Tageszeitung" (d.i. Österreich) nennt, einem Medium "Heute", das täglich für mehr Mist als nur Altpapier sorgt, ist der Ansatz zwar gut gemeint, doch wahrscheinlich schnell wieder verpufft. Meine Stimme hat NEOS jedenfalls. Ich wünsche alles Glück dieser noch unpolitischen Welt.
Alexander Lichtmanne
25 Feb 13 at 14:49